Post aus Dresden.
Zu Hause habe ich eine Truhe mit Erinnerungen. Erinnerungen an vergangene Zeiten. Darunter sind auch eine Menge Karten und Briefe, die jahrgangsweise sortiert und mit Gummis zu Paketen gebündelt worden sind. Die Pakete werden im Laufe der Jahre immer kleiner. Inzwischen bekomme ich im Jahr noch ein paar Urlaubskarten und etwas Geburtstagspost. Die will ich weiter sammeln. Und natürlich Rechnungen, Bußgeldbescheide, Formulare. Die will ich eigentlich vergessen.
Die Kommunikation hat schnellere Weg gefunden. Am Geburtstag klingelt scheinbar pausenlos das Telefon, Gespräche und Textnachrichten mit 160 Zeichen trudeln ein. Glückwünsche gibt es per mail, per e-postcard, über twitter und auf facebook. SMS statt Postkarte habe ich auch bereits als Urlaubsgruß erhalten…
Diese Art der Kommunikation ist aber auch kurzlebig. Lesen und löschen. Oder lesen, speichern und später löschen. Die digitale Spur der Erinnerung ist dünn. Und was macht unsere Generation dann mal im Altersheim, wenn sich die Demenz langsam heranschleicht?
Also schreib mal wieder! Briefe gegen das Vergessen. Ein Kärtchen zur Erinnerung. Eine Botschaft aus der Heimat. Post aus Dresden! Juhu!
Viele Grüße aus dem Land der Geschenke: Hendrik


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