Geschenke-Blog

Geschenke, Mitbringsel, Accessoires

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Heimat in der Dose.

Erst verkauft die Stadt Dresden Ihre Wohnungen an einen Finanzinvestor. Und jetzt wird die Dresdner Luft privatisiert?

Nun, wenn dem einen oder anderen Dresdner dabei die Luft knapp wird, kann das durchaus diese Ursache haben. Lange genug haben wir uns die Heimwehklagen der Exil-Dresdner angehört. Immer wieder wurde ein Geschenk für scheidende Kollegen und weltreisende Freunde aus Dresden gesucht. Touristen versuchten, den Duft der weiten Dresdner Welt in Plastiktüten am Zoll vorbei zu schmuggeln. Diese Zeiten sind vorbei. Jetzt ist sie ganz legal käuflich: die Dresdner Luft.

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Lange haben wir überlegt, wo wir in Dresden die Luft abschöpfen. Nach dem Studium des Luftreinhalteplanes der Stadt haben wir uns entschieden, die Luft über der Elbe am Blauen Wunder aufzukellen. Auf diesem Bild sieht man unsere mobile Luftsammeltruppe „Air Dresden“ bei Ihrer Arbeit – wenn auch recht klein im Hintergrund. Sehr klein. Von einem Pfeiler verdeckt. ;)

Für die Verfüllung des wertvollen Heimatgutes in Dosen sowie die luftdichte Verteidigung ist unsere Luftlandebrigade Blasewitz zuständig. Nicht auszudenken, wenn es in anderen Städten zu Luftziehern oder unkontrollierten Luftverpuffungen käme.

Wir haben 4 Dosen-Varianten im Testverkauf – mindestens eine davon quietscht dem Betrachter im Auge und ist deshalb für Touristen bestimmt. Der Inhalt ist immer gleich: Dresdner Luft. Handgeschöpft aus dem Dresdner Elbtal. Ohne Farb- und Konservierungsstoffe. Aber mit viel Heimataroma.

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Bitte verwahren Sie die „Dresdner Luft“ immer sicher in Ihrer Handtasche, im Bankschließfach oder im Privattresor, damit Luftpiraten und Schwarz-Atmer keine Chance haben.

Und jetzt einfach ganz entspannt ausatmen. Es gibt ja Reserven. Dresdner Luft. Heimat in der Dose.

Der Neustädter Ortsbeirat und die Narrenkappe.

Über Facebook erreicht mich die Nachricht, dass der Ortsbeirat Neustadt die Sonntagsöffnung der Neustädter Läden zur BRN 2012 abgelehnt hat. Dies wurde offensichtlich mit der Stimmenmehrheit der Grünen, der Linken und der SPD beschlossen. Kurzer Datum-Check: Nein, heute ist nicht der 1. April.

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Geht’s noch? Wisst Ihr eigentlich, was Ihr in Eurer ideologischen Verblendung macht?

Jahr für Jahr wird die Kommerzialisierung der BRN und die Zunahme der Bierwagen beklagt. Und dann sollen ausgerechnet die vielen, kleinen Lädchen, die das Flair der Neustadt und auch der BRN mit ausmachen, geschlossen bleiben? Hey, wir gehören zur Neustadt dazu! Wir sind ein Teil der Neustadt. Wir gestalten das Fest mit. Bisher. Künftig werden wir uns wohl an den Bierwagen stellen.

Für uns bei CATAPULT war die BRN immer eine Mischung aus Arbeiten und Feiern. Wir haben uns was einfallen lassen, hatten Spaß und haben die BRN positiv in die Medien gebracht.

Vielleicht lasst Ihr Euch auch mal von Jemandem, der es versteht, erklären,  dass die BRN auch ein Stück Stadtteilmarketing ist.  Wir haben unseren Laden geöffnet, um uns Menschen, die sonst nie in der Neustadt sind, zu präsentieren. Zugleich haben wir ein Stück bunte Neustadt präsentiert.  Etwas Anderes, als den innerstädtische Einheitsbrei mit den immer gleichen Filialen der Konzerne.

Und ja: Wir haben auch Umsatz gemacht. Mit Kinderspielzeug, selbst entwickelten Dresden-Produkten und unseren außergewöhnlichen Geschenken. Der Umsatz kann nun wegfallen. Wieder ein kleiner Schritt, um kleine Läden und Träume von Menschen zu beerdigen. Ihr seid nicht besser als die Vermieter, die hier die Mieten erhöhen. Ihr seid schlimmer. Ihr schaufelt Euren eigenen Freunden das Grab. Viele der Neustädter Ladenbetreiber sympathisieren mit Euch und haben Euch gewählt.

Wir haben bisher viele soziale Aktivitäten in der Neustadt und in Dresden unterstützt. Gerade haben wir gemeinsam mit unseren „Facebook-Freunden“ wieder einen Spendenzweck gesucht, um einen guten Zweck zu unterstützen. Und wisst Ihr, was passiert, wenn weniger Geld zur Verteilung da ist? Kennt Ihr doch vielleicht von den klammen kommunalen Kassen?  Bei den künftig häufigeren Absagen an die vielen Sponsoring-Anfragen werde ich künftig auch benennen, wer dafür verantwortlich ist.

Politik nennt man gelegentlich auch Zirkus. Und jeder Zirkus hat einen Clown, einen Narren. Den habe ich heute an Euch gefressen. Ihr grünen, roten und linken Ortsbeiräte: Es macht zwar keinen Spaß, aber die Narrenkappe habt Ihr Euch verdient.

(Hendrik)

Bild: © Gerd Altmann / PIXELIO

update: Am 26.01.12 hat der Ausschuss für Wirtschaftsförderung die Sonntagsöffnungszeiten für 2012 bekannt gegeben. In der Dresdner Neustadt darf nun doch am BRN-Sonntag geöffnet werden.

Dieser Blog-Eintrag hat einige Wellen in der Stadt und auf den sozialen Netzwerken geschlagen. Der Autor hatte in den Tagen nach der Veröffentlichung unzählige Telefonate, Treffen, Veranstaltungen und Pressegespräche zu diesem Thema zu führen. Letzendlich hat es ihn auch zwei (offensichtlich nur Facebook-) Freundschaften zu lokalen Parteimitgliedern und auch (mindestens) einen Kunden gekostet. Alle gehören einer Partei an, in der er in jungen Jahren auch beinahe mal Mitglied geworden wäre. Dies macht ihn noch heute nachdenklich. Freiheit ist auch immer die Freiheit der Andersdenkenden.

Trotz der Emotionalität des Artikels und mit gebührendem Abstand: Ich bin froh, dass ich diesen Artikel geschrieben habe. Und ich bin froh, das ich ihn so geschrieben habe. Mit allen Emotionen. Weil es sich lohnt, für eine bunte und offene Neustadt emotional zu kämpfen.

(Hendrik)

BRN 2011: Zur Hölle mit dem Kommerzgelaber

Habe gestern eine reichliche Stunde an (m)einem BRN-Fazit geschrieben. Es war aber noch nicht rund und die BRN hatte Spuren hinterlassen. Es blieb gestern unvollendet.

Heute brauche ich nicht mehr schreiben. Ein Anderer hat es bereits auf den Punkt gebracht. Schöner als ich es schreiben konnte. Selbst die Überschrift habe ich geklaut “zitiert”. ;) Hier zu lesen auf der Facebook-Seite von Die Neustadt (übrigens auch von Nicht-Facebook-Mitgliedern)

BRN 2011: Zur Hölle mit dem Kommerz(gelaber)

Danke, Sebastian.

Kirchentag. So eine Wirtschaft.

Kirchentag 2011  in Dresden.

Erwartete 100.000 Besucher in der Stadt. Wie müssen wir uns darauf vorbereiten? Hat das überhaupt Auswirkungen auf das Geschäft? Mangels Erfahrung war diese Frage schwer zu beantworten.

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Am Donnerstag war ich mal auf dem Kirchentag „gucken“. Im Messegelände, einer der zentralen Orte des Kirchentages, war neben Unmengen von Ständen, Zelten und Bühnen quasi eine Stadt in der Stadt aufgebaut. Verpflegungsbuden, unzählige Stände mit Büchern, Geschenken und Krimskrams, selbst unzählige Müllinseln vorhanden. Gutmenschlich alles vor Ort. Warum sollten die Besucher des Kirchentages dann eigentlich noch die einheimischen Läden und die Gastronomen aufsuchen? Gastronomie konnte ich mir ja gerade noch vorstellen, schließlich gab es auf dem Kirchentagsgelände weder Bier noch Wein… ;)

Gedämpfte Erwartungen also. Unsere Dresdner Kunden würden sich in der Zeit des Kirchentages eher weniger ins Getümmel stürzen und einkaufen. Das war uns soweit klar.

Nach dem Feiertag am Donnerstag also am Freitag vorsorglich mit dem Fahrrad auf Arbeit. Nachdem ich mich bis in die Neustadt durch geklingelt hatte, stand ich auch schon mit an der Kasse. Der Laden war brechend voll. Das war nicht ganztägig so, sondern eher in himmlischen Wellen. Immer, wenn offensichtlich irgendwo eine Veranstaltung zu Ende war, schwappte die christliche Nächstenliebe auf der Suche nach Geschenken und Erinnerungen in unseren Laden.

Am Ende des Tages konnten wir 100% mehr Umsatz als an einem normalen Juni-Freitag in der Neustadt bilanzieren. In der versteckten Cityfiliale leben wir fast ausschließlich von Stammkunden, die gezielt zu uns kommen. Die Dresdner haben die City zum Shopping am Freitag verständlicherweise gemieden. Und die Kirchentags- und zugleich Catapult-Besucher haben dies zumindest umsatztechnisch mehr als egalisiert.

Natürlich freuen wir uns über diese Nebenwirkungen des Kirchentages. Es ist fast wie zwei Tage Weihnachten. Oder anders gesagt: Endlich kommt mal ein Konjunkturprogramm bei uns an. Das hat bisher keine Bundesregierung geschafft.

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Nun wird nicht jeder Gewerbetreibende gleichermaßen vom Kirchentag etwas abbekommen haben. Die Signale aus unserer unmittelbaren Nachbarschaft in der Neustadt waren jedoch positiv. Max vom ehemaligen „La Rue“ habe ich zumindest bei der Arbeit in einer der Imbiss-Buden auf dem Kirchentag getroffen. Selbst die Kreativwirtschaft hat einen fünfstelligen Betrag eingefahren, wie ich aus berufenem Munde von Sebastian erfahren (und das Ergebnis erhören) konnte. Produktion, Tontechnik, Studio, Coverdruck, Produzent und selbst das Presswerk für die offizielle Kirchentags-CD – alles made in Sachsen. Und viele weitere Dresdner Player haben den Kirchentag  indirekt als Marketing-Tool genutzt.

Es wäre natürlich schnöde, den Kirchentag nur auf den kurzfristigen Mammon zu reduzieren. Es ist auch ein gigantisches Stadtmarketing-Projekt. Letztlich 120.000 Botschafter schicken wir mit einer „guten Nachricht“ in die Welt. Multiplikatoren für ein positives Stadtimage. Und auch die Botschafter kommen wieder.  Der „Dresdner Marketing Gesellschaft“ (DMG) hätte nichts Besseres wie ein „Kirchentag“ einfallen können.

In meiner Facebook- und twitter-timeline hatte ich einige negative bis aggressive Untertöne. Meist waren es Beschwerden über längere Warte- und Reisezeiten. Komischerweise beschwert sich kaum jemand, wenn z.B. wegen „Robbie Williams“ oder „Namooo“ verkehrstechnisch nichts mehr geht, alles vermüllt ist oder aggressive und besoffene Besucher  die Stadt unsicher machen.

Man kann zum Glauben und zum Kirchentag stehen, wie man will. Kirchentagsbesucher sind pflegeleicht. Die verkehrstechnischen Nebenwirkungen sind im Vergleich zum kurz-, mittel- und langfristigen Wirtschaftsfaktor  zu vernachlässigen.

Willkommen, in Dresden. Allen Gästen unserer Stadt!

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Ja, und was kaufen eigentlich Kirchentagsbesucher? Das ist schon die nächste Geschichte…

CATAPULT stiftet Warentest.

Nach langer Winterschlafpause sind mit der österlichen Sonne auch hier im blog wieder erwacht. ;)

Und wir wollen Euch gleich ein Angebot machen. Gestern haben wir auf facebook unsere neue Dresden-Tasche vorgestellt und waren überrascht über die Resonanz. Ulrich van Stipriaan hat sogar angeboten, ein paar „stylische“ Fotos zu schießen und möchte als Model mit Tasche competition machen. ;)

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Am Donnerstag werden wir also die Prager Straße zum Laufsteg veredeln und freuen uns sehr auf den Besuch und die Fotos von Uli.

Willst Du auch mal CATAPULT-Produkte testen? Fotografieren? Filmen? Kritisieren?

Dann mal los. Kauf Dir das Geschenk Deiner Wahl bei CATAPULT. Teste, probiere, verschenke. Schreib Deine Erfahrungen auf und mache ein paar Fotos oder ein Video. Lade Sie entweder auf unsere Facebook-Seite oder schicke sie per mail an info@catapult.de . Wir veröffentlichen Sie dann hier als Gastbeitrag im Blog.

Für jede Veröffentlichung bedanken wir uns mit einem Catapult-Gutschein im Wert von 10, 20 oder 25 Euro. Mit diesem Gutschein bekommst Du den Wert Deines Test-Geschenkes also ganz oder (bei höherpreisigen Produkten) teilweise gutgeschrieben.  Übrigens werden natürlich auch kritische Rückmeldungen veröffentlicht und honoriert. Für diese hilfreiche, unbezahlbare Kunden- und Unternehmensberatung bedanken wir uns besonders herzlich.

Also: Start frei! Die ersten 3 Tester laden wir außerdem zum Mittagessen in die SuppenBar Dresden ein!

Die Tasche muss leben!

Frühlingsgrüße,

Hendrik (HMD)

Da wird mir warm. Ums Herze.

Es ist kalt in Dresden. Sehr kalt.

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Wir wollen Euch auftauen. Erwärmen. In Weihnachtsstimmung bringen.

Pünktlich zum 1. Dezember gibt es bei uns für alle Kunden in den Dresdner Ladengeschäften einen Glühwein gratis.

Lasst es Euch schmecken – wir freuen uns auf Euch!

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Menschen. Geschenke. Emotionen. 2010.

Diesen Wettbewerb haben wir schon mal gewonnen. Noch vor ARD, ZDF und RTL veröffentlichen wir unseren Jahresrückblick 2010. Hoffentlich stimmt auch die Zuschauer- bzw. Leserquote… ;)

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Wir erinnern uns: Das Jahr 2010 begann mit einem eisigen Winter, der gar nicht zu Ende gehen wollte. Entsprechend verhalten war anfangs der Besucherstrom – es war einfach kein Einkaufsbummelwetter… Aus dem anfänglichen Besucher-Minus in 2010 ist im Laufe des Jahres ein kräftiges Besucher-Plus geworden. Ob das auch an unseren web 2.0-Aktivitäten liegt?

Nach einigen Monaten auf  Twitter startete im Februar 2010 unsere facebook-Fansite, die inzwischen 300 Menschen “gefällt”. Kurz darauf startet noch dieser blog. Uns macht das Riesenspass, auch mal außerhalb des Ladens mit unseren Freunden und Kunden zu kommunizieren.

Ende April wirbelte das Plus-Ossi-Shirt durch die Redaktionsstuben von Stuttgart bis nach Hamburg und uns brachen hier in Dresden fast die Telefonleitungen zusammen. Wir haben die Shirts bei mehreren Druckereien gleichzeitig drucken lassen, um die plötzliche Nachfrage zeitnah zu befrieden. Seitdem werden wir auf twitter auch vom MinusOssi verfolgt. ;)

Im August erregte ein Foto auf twitter und facebook  sehr viel Aufmerksamkeit. Wir entschlossen uns daraufhin, unser Kerngeschäft durch Architektur zu ergänzen und sind in den Parkhausbau eingestiegen.

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Daneben haben wir bislang ca. 30.000 Postkarten, aber nur 1.261 Briefmarken für 45 Cent verkauft. Was macht Ihr mit den ganzen Karten??? Wir haben bisher 3.063 Geschenke eingepackt, das wird sich bis zum Jahresende erfahrungsgemäß verdoppeln. Und wir haben einen Sportwagen verlost, der im carsharing-business landete.

Und was machen wir den Rest des Jahres: Wir warten auf unsere neuen Dresden-Produkte, die gerade noch in der Produktion sind. Wir warten auf Euch.

Und wir warten auf eine Fortsetzung dieses Artikel. Wir warten täglich darauf, daß wir Menschen mit kleinen Geschenken erfreuen können.

Menschen. Geschenke. Emotionen.

2010. Und auch 2011!

Hosentaschen-Adventskalender

Die ersten Weihnachtsprodukte gibt es ja bereits im August in den Supermärkten.  Da werden die ersten Menschen jetzt bereits keinen Appetit mehr auf Spekulatius und Lebkuchen mehr haben…

Jetzt haben wir November. Immer noch zu früh für Weihnachtsartikel? Vielleicht – obwohl gerade jetzt die Auswahl am Reichhaltigsten ist. Die Sammler unter uns (meist weiblich) sind schon fleißig am Beschaffen, während die Jäger (meist männlich) dann am 23. und 24.12. die letzten vorhandenen Geschenke jagen. ;)

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Und für eine vorweihnachtliche Tradition ist jetzt KAUFEN angezeigt: Adventskalender! Ob mini, klein oder groß, ob nostalgisch oder modern, ob mit Glimmer, Schokolade oder zum Befüllen. Bei CATAPULT ist das Angebot der schönsten Adventskalender nun vollständig. Unseren kleinen Liebling, den Hosentaschen-Adventskalender, haben wir in zwei Varianten in den Onlineshop gestellt: Als Hosentaschen-Engel und als Hosentaschen-App. Letztere bitte nicht antippen, sondern klassisch öffnen. Die bunten Kügelchen sind keine Drogen, sondern leckere Schokolinsen.

Die anderen Adventskalender sind aus logistischen Gründen nicht im Shop. Aber ein paar Fotos haben wir gemacht. Hier könnte Ihr schon mal schauen. Noch besser sind sie nur in einem der Läden anzuschauen.

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Speed und Koks.

Wir erweitern jetzt unser Geschäftsfeld. Irgendwie müssen wir ja auch mal reich werden. Irgendwelche gepanschten Sachen waren uns nicht gut genug. Wir wollen es edel. Wir wollen Gold. Wir wollen Speed und Koks für jeden Tisch.

Damit man sich nicht mehr Linie auf dem Tisch ziehen und Dollarscheine suchen muss, gibt es ab sofort Speed und Koks in edlem, aber diskretem Gewand. Völlig unauffällig für jeden unangemeldeten Besuch stehen beide Drogen bereits ab dem Frühstück auf dem Tisch. Bereit zum Konsum.

Wenn hier auch Staatsbedienstete mitlesen, bitte mal so als Warnung für uns einen freundlichen Kommentar hinterlassen. Trotzdem sei Euch gesagt: Speed und Koks darf man nach den aktuellen Gesetzeslücken wieder legal erwerben.

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Die Neustadt kriegt die Krise.

Bild Dresden schrieb vor 2 Tagen die Dresdner Neustadt in die Krise. Das Neustadt-Geflüster und Die Neustadt fragten sich, ob dies stimmt und wie Auswege aussehen könnten.

Es stimmt, einige Geschäfte und Gastronomiebetriebe haben in den letzten Wochen geschlossen. So tragisch oder schwer die Entscheidung für den einzelnen Unternehmer gewesen sein mag: Das ist nicht neu. Auch der alternative Stadtteil Dresden-Neustadt funktioniert nach den Gesetzen der Marktwirtschaft. Wir haben in den letzten 12 Jahren schon so viele liebe oder unerträgliche Nachbarn kommen und gehen sehen. In dieser Zeit nicht mehr oder weniger als heute.

Warum ist das so?

Die Neustadt ist in Dresden als kreatives und unkonventionelles Stadtviertel bekannt und viele Menschen mit einer guten Idee probieren hier, mit einem eigenen Unternehmen Fuß zu fassen. Nicht immer passen Vorstellungen und Realität zusammen. Fachkenntnis und betriebswirtschaftliches knowhow. Vorhandenes Kapital, Umsatz und Kosten. Die Neustadt ist ein Durchlauferhitzer.

Neue Ideen werden probiert und verworfen, viele andere bewähren sich. Das macht auch die Lebendigkeit und die Attraktivität des Stadtteils aus. Nicht immer die gleichen Ladenketten. Aufgrund der vorhandenen Fluktation gibt es auch immer mal ein freies Ladenlokal, für das sich schnell ein neuer Betreiber mit einer neuen Idee findet. Die oder der bereit ist, den geforderten Mietzins für Verwirklichung seiner Geschäftsidee zu zahlen. Der Vormieter hatte Erfahrungen und war dazu nicht bereit. Marktwirtschaft.

Auch wir sind von Mieterhöhungen betroffen, weil ein kurzfristig leerstehender Laden in der Nachbarschaft vom gleichen Vermieter zu höheren Konditionen schnell vermietet werden konnte. Trotz harter Verhandlungen mussten wir eine höhere Miete akzeptieren, weil uns ein Umzug deutlich teurer kommt. Und wir hängen an der Neustadt. Emotional und letztlich auch mit unserem Gehalt.

Dem Vermieter kommen die vergleichsweise geringen Größen der vorhandenen Ladenlokale meist entgegen. Das Gründerzeitviertel hat strukturell eher geringe Flächen für Laden & Lokale. Das kommt Existenzgründern zum Ausprobieren entgegen. Die Höhe der Gesamtmiete ist deutlich geringer als bei anderen Flächen zB. in 1A-Lagen. .

Der Quadratmeterpreis ist auch geringer. Wie die Kundenfrequenz. Und der Umsatz. Die letzen beiden Punkte werden in Konzepten gern ausgeblendet. Der Erste nicht. Die Verhältnisse muss man erst lernen.

Die Mieten für Wohnungen steigen in der Neustadt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Studenten und Geringverdiener ziehen in preiswertere Stadtteile (z.B. Cotta, Löbtau, Pieschen). Da die Vermieter neben Wohnungen oft auch gewerbliche Objekte in Ihren Häusern haben, unterstellen Sie eine gleichartige Entwicklung bei den Gewerbemieten. Das Gegenteil ist der Fall. Die Neustadt wird hauptsächlich von den Neustädtern frequentiert und die haben auch aufgrund steigender Mieten weniger Geld für Konsum. Das haben nur die wenigsten Vermieter begriffen.

Das schnelle Geld ist in der Neustadt nicht zu machen. Aber mit guten Ideen und Service kann man die Neustädter begeistern. Als Gastronom oder Händler Originalität und Kundenorientierung leben und die Neustädter in Dresden sind Dir treu. Das haben nur wenige gewerbliche Mieter begriffen.

Die Kunden ändern sich und altern mit der Neustadt und ihren Läden. Mit 28 Jahren war ich bei Gründung der hippe Unternehmer vor Ort und dabei nicht der Jüngste hier. Heute bin ich wenige Jahre älter ;) und viele meiner erfolgreichen Kollegen in anderen Geschäften haben die ersten Silberstreifen im Haar. Das Viertel und ihre Kunden hat sie gegenüber verbeamteten Gleichaltrigen trotzdem jung gehalten. Danke dafür.

Heute ist die Neustadt eher ein Viertel für junge Familien, die individuell noch etwas bewegen wollen und nicht halbtot vor der Glotze sitzen. Attraktiv. Kürzlich las ich, dass die Neustadt das gefragteste Viertel für Neudresdner ist. Damit ändern sich die Bedürfnisse. Nicht jedes unveränderte Gastro- und Ladenangebot passt mehr.

Bei einem Neustadt-Blog lese ich zB. hier in einer anderen Rubrik gespannt Antworten und Vermutungen, wo die Neustadt in 20 Jahren sein wird. Ich behaupte kühn: Die Neustadt wird ein modifiziertes Striesen sein, wie man bereits jetzt den sich annähernden Wählerstrukturen entnehmen kann.

Bekommst Du Krisen mit Striesen? Ich nicht. Ich denke, die Neustadt wird immer ein Stück hipper und innovativer sein. Experimenteller. Schneller.

Geschäfte und Lokale kommen und gehen. In Striesen und in der Neustadt. Bleiben wird, wer mit den Kunden wachsen wird. Sei es beim Umsatz oder bei der Zahl der Lebensjahre.

Die Krise krieg ich bei anderen Themen.

@Hendrik